Dioxine: Weshalb gerade in der Schwangerschaft Pflanzen zu bevorzugen sind

Reden wir über DIOXINE

Weshalb es gerade DANN empfehlenswert ist schwanger zu werden, wenn man vegan/pflanzlich isst.

Courtsey: www.nutritionfacts.org

 

Entgegen vermehrter Horror-Meldungen von Populär-Medien, in denen eine Schwangerschaft und eine rein pflanzliche Ernährung quasi als Todesurteil dargestellt werden*, sind es gerade tierische Produkte, die ein erhöhtes Risiko für ungeborene Kinder und Babys mit sich bringen.

Polychlorierte Dibenzo-p-dioxine (Dioxine) sind von der Natur kaum abbaubare organische Chlor-Verbindungen, und sind ein Nebenprodukt in der industriellen Herstellung (Chemikalien, Stahl) sowie von Verbrennungsprozessen (Müllverbrennung, Diesel, Industrieabgase, Kohle). Dioxine sind akut toxisch, hochgiftig und gelten als die giftigsten vom Menschen hergestellten Stoffe. Diese Schadstoffe gelangen in die Umwelt, sind in Luft, im Gras und im Wasser.

Je mehr Gras, Getreide und Wasser eingenommen wird, desto höher ist die Belastung. Logisch. Wenn man nun einbezieht, dass zur „Herstellung“ von Fleisch und Milch sehr viele dieser Ressourcen eingesetzt werden müssen, potenziert sich die Belastung enorm. Für 1 kg Rindfleisch sind 15-16 kg Futter und ca. 5.000 l Wasser (Basis 16.000 l abzgl. Futter,  Reinigung Schlachthof, Lederproduktion) anzusetzen.

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Australian Government: Department of Sustainability, Environment, Water, Population and Communities, Sources and pathways of dioxins

 

Dadurch, dass sich Dioxine an Proteine anheften und sich ins Fettgewebe einnisten, ist die Belastung bei Tieren besonders hoch, vor allem bei Rindern, Tiermuttermilch, daraus gewonnener Käse und Joghurt, Hühnern aber auch bei Schweinen und Fisch.

 

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EPA Dioxin Reassessment Summary 4/94 – Vol. 1, p. 37

 

Je mehr tierische Produkte also zu sich genommen werden, desto höher ist die Belastung durch dieses Gift.

Die Auswirkungen von hohen Dioxine Werten sind neben Dioxine Akne (siehe Ukrainische Präsidentschaftskandidat Viktor Yuschenko), verringerte Gehirnentwicklung, neuronale Störungen, Nervenschädigungen und ein sehr stark erhöhtes Krebsrisiko.

Gerade Österreich ist durch seine Stahl- und Eisenindustrie, hohem Dieselanteil sowie zugelassenen Spritzmittel im Ackerbau mit einer hohen Dioxine Belastung versehen. Seit den 90er Jahren werden zwar vermehrt spezifische Filtertechniken angewendet, um den Ausstoß zu reduzieren, die Konzentration in heimischen tierischen Produkten ist dennoch sehr hoch.

 

Schlechte Nachricht für Männer. Sehr schlechte Nachrichten für Familien, Frauen und Kinder

Männer können Dioxine nicht abbauen, sie sammeln und konzentrieren sich im Körper und verweilen dort. Diese Umweltgifte verringern zudem die Fruchtbarkeit von Männern.

Der Mensch kann allgemein Dioxine nicht abbauen bzw. loswerden, mit zwei Ausnahmen, die aber keine guten Nachrichten darstellen:

Frauen, die schwanger sind geben Dioxine direkt an ihr ungeborenes Kind über die Nabelschnur weiter. Frauen, die ihr Baby und ihr Kleinkind stillen, da Dioxine sich direkt in der Muttermilch sammeln über die Muttermilch weitergegeben werden.

 

Gerade deshalb ist es von sehr hoher Wichtigkeit vor, während und nach einer Schwangerschaft auf so viele tierische Produkte zu verzichten wie nur möglich, vor allem auf Rind, Milchprodukte wie Joghurt, Käse, Milchmixgetränke und Fisch**.

 

Durch den Austausch von diesen belastenden tierischen Produkten mit gesunden pflanzlichen Lebensmitteln sinkt nicht nur die Dioxine Belastung, sondern es werden auch Cholesterin und gesättigte Fettsäuren minimiert, die sich bereits im ungeborenen Kindern festsetzen und Arterien verstopfen (Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetis 2 und andere Krankheiten). Auch die stark verringerte Aufnahme von Antibiotika (dadurch Bildung von Resistenzen) und artfremder Hormone (Krebswachstum und Entwicklungsstörungen) ist erwähnenswert.

Durch einen sehr hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln werden der eigene Körper und der Körper des Kindes durch einen hohen Anteil an Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen sowie Vitaminen bestens versorgt und vor negativen Einflüssen aus Umwelt und Nahrung geschützt. Besonders der erhöhte Anteil an natürlicher Folsäure wirkt sich positiv auf die Gehirnentwicklung eines ungeborenen Kindes aus.

Gerade aus all diesen Gründen ist eine vollwertige (gut geplante) pflanzliche Ernährung*** in der Schwangerschaft für eine positive Gesundheit und Entwicklung von Mutter und Kind geeignet.

 

* Analysiert man diese Berichte (die ich hier nicht verlinken möchte) stellt sich schnell heraus, dass diese Kinder dann aus einer Kombination aus Nüssen und Trockenfrüchten ernährt werden. Was zur Hölle? Das hat nichts mit einer gesunden (pflanzlichen) Ernährung zu tun. Diese sind – aus welchen Gründen auch immer – einseitig und unvollständig im Nährwertbedarf. Man ernährt sich und seine Kinder auch nicht ausschließlich mit Mannerschnitten und Äpfel, oder Frankfurter Würstchen und Milchschnitte (obwohl, wenn man sich auf den Spielplätzen umsieht…).

** Neben der hohen Dioxin Belastung ist vor allem auch der hohe Anteil an Mikroplastik und Quecksilber besorgniserregend, auch bei heimischem Fisch. Quecksilber wirkt sich negativ auf die Gehirnentwicklung des ungeborenen Kindes aus. Es zeigt sich, dass sich, wenn man 1 Mal pro Woche Fisch isst, sich so viel Quecksilber im Körper sammelt, wie 6 Impfungen pro Jahr. Ich bin zwar kein Impfgegner, aber es geht mir hier um die Relation. Es wird deshalb empfohlen 1 Jahr VOR einer Schwangerschaft keinen Fisch zu essen, um das Quecksilberlevel auf eine angemessene Ebene zu bringen.

*** Durch den erhöhten Bedarf es speziellen Nährstoffen wie Eisen, Vitamin B12, Omega 3 Fettsäuren und Kalzium sowie einem allgemein erhöhtem Kalorienbedarf ist eine vollwertige gut geplante Nahrungsaufnahme wichtig.

Die Academy of Nutrition and Dietetics und weltweit größte Fachgesellschaft für Ernährung, ist eindeutig: Eine gut geplante Ernährung sei für jede Lebensphase geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Jugend. Ähnliche Ergebnisse gibt es auch aus Fachgesellschaften aus Australien, Kanada, Großbritannien und Portugal.

 

Quellen:

http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs225/en/

http://www.epa.ie/licences/lic_eDMS/090151b28007b07c.pdf

https://www.epa.gov/dioxin/learn-about-dioxin

http://www.who.int/ipcs/publications/en/exe-sum-final.pdf

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2605.2009.00996.x/abstract

https://www.greenfacts.org/en/dioxins/l-3/dioxins-3.htm#0p0

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22453298

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21545807

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22079313

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21575620

http://vegstudies.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/inst_ethik_wiss_dialog/JAND_2015.05_Position_of_the_academy_of_nutrition_and_dietetics_vegetarian_diets..pdf