Wien: deli bluem

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Das Motto des schönen Restaurants lautet: natürlich, frisch, saisonal, biologisch, pflanzlich, köstlich.
Dass es sich hierbei nicht um simple Marketingworthülsen handelt, wie sie dieser Tage fast überall zu finden sind, konnte ich vergangene Woche bei einem Business Wochenende in Wien feststellen.

Wo beginne ich denn? Beim Augenscheinlichen.  Das erste, was auffällt, ist die äußerst schöne Inneneinrichtung. Feines violett paart sich mit dunklem türkis, Stoffblumen in eben diesen Farben stehen in Reagenzgläsern in mehreren kreisrund angefertigten Holz-Lustern, die Holztische wirken urban-modern, selbst die Besitzerin strahlte an dem Tag in einem dunkelviolettem Kleid. Solch ein durchgängiges Designkonzept findet man nicht oft. Man fühlt sich sofort wohl, die Stimmung ist sehr angenehm und entspannt.

Das Lokal verfolgt ein Speisenkonzept, das ganz auf ehrliche, frische, biologische und saisonale Zutaten setzt. Von der Bohne, über das Öl bis zum Salz ist alles biologisch bzw. naturbelassen.  Gewürze von Sonnentor lassen das Herz höher strahlen. Nahezu alles wird selbst zubereitet, Fertigblätterteig und Co sind nicht zu finden. Im deli bluem gibt es pflanzliches Slow-Food in toller Atmosphäre. Whole- Food Plant-Based Nutrition at its best!

Ich begann mit einer Salatvariation aus orientalischem Kurkuma-Senffenchel, fein marinierten Karotten und mit Safran-Joghurt verfeinerte Melanzani Antipasti. Alternativ gab es noch Pilz-Reis Salat und orientalischen Rotkraut-Couscous. Superb!

Es folgten Baked Beans aus großen weißen Bohnen, die für meinen Geschmack etwas mehr Süße vertragen hätten, um eine perfekte süß-sauer Balance zu erhalten. Gefolgt wurden die tomatigen Bohnen dann von einer leichten Wildkräutersuppe, die es geschmacklich in sich hatte. Ich habe nicht gefragt, welche Kräuter drinnen seien, aber ich denke es waren Brennnesseln, Liebstöckel, etwas Schafgarbe und ein paar andere, die ich nicht benennen kann. Die Komposition der Suppe war ganz auf den Geschmack der Kräuter gelegt, keine Creme und kein anderes Schnickschnack. Wahrlich köstlich!

Die Hauptmahlzeit war eine ofenfrische Quiche mit Räuchertofu, Lauch und Kartoffeln. Der Teig war eine Mischung aus Dinkelvollkornmehl und Kurkuma, die innere Creme war eine vegane Béchemel mit Couscous verbunden. Der Teig schmeckte sehr kraftvoll, das Innere angenehm cremig.

Und weil es bisher so köstlich war, wurde nebenher noch eine Gemüse-Tofuspeis‘ gegessen, die angenehm saftig war und einen kräftigen Gelbwurz-Anteil hatte.

Obwohl es sehr, sehr viel war, fühlte ich mich nicht völlig übersättigt. Das liegt wohl am sparsamen Einsatz von Öl/Fett, den frischen Zutaten und der sorgsamen Herstellung 🙂 .

Für die Desserts war ich dann doch zu voll, es gab eine bunte Mischung aus Cheesecakes, Nussecken, Schokoküchlein usw. All dies hat einladend ausgesehen, aber das hätte ich nicht mehr geschafft 😉

Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut, für die Salatvariation, die Baked Beans, die Wildkräutersuppe, 2 (!) Quiche, 1 Tofuspeis und einen Lemon-Ingwer Eistee von Demmers gab es für etwa € 35. Überaus hochwertige und vollwertige Pflanzenküche zum guten Preis, in angenehm moderner Atmosphäre.

Wer also neben all dem Fast Food Angebot der Stadt mal etwas echtes, gesundes und hochwertiges essen möchte, dem sei das deli bluem sehr ans Herz gelegt.

Zusammenfassung:

  • Hochwertige Pflanzenküche
  • Modernes Design
  • Biologisch, frisch und saisonal
  • Gutes Preis-Leistungsverhältnis

Fazit: Gaumen und Augen, was wollt ihr mehr?!

Und hier mein persönliches Scoring:

Geschmack: 8/10

Flair: 8/10

Personal: 8/10

Preis-Leistung: 6/10

Legende: 10 – perfekt, 5 – in Ordnung, 1 – sehr unzufriedenstellend, 0 – kein veganes Angebot